DIESEL-BAROMETER

Verbraucherbefragung Juni 2017

Der Pkw-Markt im Mai hat sich stabilisiert und zeigt eine leicht steigende Tendenz. In der konkreten Betrachtung der Diesel-Pkw lag der Anteil der modernen Euro-6-Fahrzeuge im Mai bei 26 %. Die GW-Standtage bei allen Pkw sind im Vergleich zum Vormonat wieder leicht gestiegen, Diesel-Pkw stehen im Schnitt 14 Tage länger als Benziner. Die aktuelle Diskussion um Diesel und Fahrverbote führt dazu, dass 1/4 der Kaufplaner ihren Pkw-Kauf verschiebt. Gefragt nach dem Wissensstand zu Fahrverboten in den Medien gab die Hälfte der Endverbraucher an, sie fühlen sich nicht ausreichend von den Medien informiert. Dies zeigt, dass Schlagzeilen zu drohenden Fahrverboten ohne konkrete Entscheidungen der Politik für zunehmende Verunsicherung bei allen Marktteilnehmern sorgen. Die von Kaufplanern präferierte Antriebsart ist aktuell zu 60 % der Benziner, gefolgt vom Hybrid (19 %). Die Analyse der Fahrzeugwerte zeigt, dass die drei Jahre alten Benzin-GW derzeit noch 56,3 % des ehemaligen Listenneupreises erzielen. Vergleichbare Diesel liegen 1,1 Prozentpunkte darunter. Immerhin glauben knapp 2/3 der Endverbraucher, dass die Bedeutung des Diesels in Zukunft abnehmen wird, und etwa ein Viertel aller Dieselfahrer will sich schneller als sonst vom eigenen Pkw trennen, weil Unsicherheit bei drohenden Fahrverboten oder Angst vor Wertverlust herrscht.

FAZIT MONAT JUNI

Die Endverbraucher sind weiterhin verunsichert. Diese Situation wird durch die zum Teil emotional aber v.a. ergebnisoffenen Diskussionen in den Medien nicht gerade verbessert.

Methodik: Das DAT Diesel-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Für die Befragung der Endverbraucher (Juni 2017) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.043 Online-Interviews (CAWI) über die GfK durchgeführt. Die Gewichtung der Daten erfolgte nach Fahrzeugbestand: Marke und Motorart aktuell in Besitz. Monatlich zeitversetzt erfolgt, ebenfalls im Auftrag der DAT, eine repräsentative Befragung von Pkw-Händlern über TeleResearch.

Technische Hinweise: Nicht nur Verbrennungsmotoren, sondern unterschiedlichste Quellen (Bremsen- oder Reifenabrieb, Aufwirbelung von Staub etc.) erzeugen Feinstaub in einer Stadt. Bezogen auf den Dieselmotor stoßen Euro-5- und Euro-6-Motoren eine identische Feinstaub-Partikelmasse aus, Unterschiede gibt es jedoch bei den NOx-Werten (Stickoxid). Im Rahmen der Abgasmessung am Endrohr in Kombination mit der elektronischen OBD-Prüfung bei der Abgasuntersuchung (AU) können allerdings nur CO2 und Trübung ermittelt werden, nicht aber Feinstaub oder NOx. Separat von diesen Themen müssen die Angaben der Industrie zu Kraftstoffverbrauch (siehe DAT-Report 2017, S. 8 ff.) betrachtet werden.