DAT DIESEL-BAROMETER®

Schwerpunkt Verbraucher

Im Juli konnte der Automarkt in Deutschland wieder kräftig zulegen. Gebrauchte Benziner und Diesel erreichten jeweils einen Jahresbestwert, die Neuwagennachfrage beider Antriebsarten stieg ebenfalls – besonders neue Diesel lagen über Vormonat und über dem Vorjahresmonat. In der Betrachtung nach Emissionsklassen wechselten 84.672 Gebrauchtwagen mit Euro-6-Diesel im Juli ihren Besitzer. Dies ist eine neue Höchstmarke seit Einführung der Euro-6-Motoren. Beim anstehenden Autokauf würden sich 17% aller Befragten für einen Diesel entscheiden. Dieser Wert liegt einen Prozentpunkt über dem Vorjahr, bei Dieselfahrern ist der Zuspruch mit 44% deutlich größer. Unter allen Befragten gab etwa die Hälfte an, einen Neuwagen kaufen zu wollen, 34% einen Gebrauchten. Auf die Frage „Hat sich die Art der medialen Berichterstattung über den Diesel Ihrer Meinung nach in den letzten drei Monaten verändert?“ antworteten 14,1% mit „ja, positiver“. Vor gut einem Jahr lag dieser Wert bei 7,8%. Eine negativere Berichterstattung registrierten 32% (Juni 2018: 38,8%). Die Diskussion um den Diesel sorgt aktuell bei 40% der Befragten dafür, dass sie den geplanten Autokauf verschoben haben. Hauptgrund bleiben die drohenden Fahrverbote. Neuen Aufwind haben die technischen Nachrüstungen bekommen: 62% der Dieselfahrer, die vor dem Autokauf stehen, würden sich bei der Nachrüstung an ihrem bestehenden Fahrzeug finanziell beteiligen. Hier liegt vor allem der Werterhalt an der Spitze der Gründe. Die generelle Bereitschaft zur Nachrüstung liegt sogar noch höher (67%). Beim Automobilhandel stehen Diesel-Gebrauchtwagen 93 Tage, Benziner 80. Bei der Wertentwicklung erzielen dreijährige Diesel-Gebrauchtwagen noch 52,3% vom ehemaligen Listenneupreis, Benziner 56,9%.

Methodik: Bei den Fahrzeugwerten handelt es sich um 3-jährige Pkw, die innerhalb eines Kalenderjahres betrachtet werden. Zu Beginn eines Jahres werden die dann 4-jährigen Fahrzeuge durch neue 3-jährige Fahrzeuge ausgetauscht. Daher ergibt sich ein Sprung von Dezember zu Januar. Die Werte basieren auf echten Brutto-Transaktionspreisen, die vom Handel an die DAT übermittelt werden.

Technische Hinweise: Nicht nur Verbrennungsmotoren, sondern unterschiedlichste Quellen (Bremsen- oder Reifenabrieb, Aufwirbelung von Staub etc.) erzeugen Feinstaub in einer Stadt. Bezogen auf den Dieselmotor stoßen Euro-5- und Euro-6-Motoren eine identische Feinstaub-Partikelmasse aus, Unterschiede gibt es jedoch bei den NOx-Werten (Stickoxid). Im Rahmen der Abgasmessung am Endrohr in Kombination mit der elektronischen OBD-Prüfung bei der Abgasuntersuchung (AU) können allerdings nur CO und Trübung ermittelt werden, nicht aber Feinstaub oder NOx. Separat von diesen Themen müssen die Angaben der Industrie zu Kraftstoffverbrauch  betrachtet werden.