DAT DIESEL-BAROMETER®

Schwerpunkt Händlerbefragung

Leichte Entspannung auf dem Automarkt: Aufgrund der Dieselkrise bilden nur noch 47% der Händler (Nov. 2018: 59%) Rückstellungen für drohende Verluste, 13% (Nov. 2018: 18%) nehmen keine Diesel mehr in Zahlung. Von allen Diesel-Pkw im Bestand der Händler haben 19% Euro-5-Motoren, von den Diesel-Pkw-Rückläufern, die noch aus Leasing- oder Finanzierungsgeschäften zurückkommen, sind es noch 18%. Höhere Beratungsleistung aufgrund der Dieselproblematik in Kundengesprächen bestätigen 85% der Händler, noch vor einem Jahr lag dieser Wert bei 95%. Betrachtet man die Absatzkanäle für Diesel-Pkw, so vermarkten 64% der Händler ihre Diesel-Gebrauchtwagen über Auktionen oder andere Kanäle. 42% gaben an, sie würden aktuell häufiger direkt von Händlern aus dem Ausland kontaktiert. Gerade einmal 43% der Händler gaben an, dass seit der Dieselkrise die Nachfrage nach alternativen Antriebsarten zugenommen hat. Das Ergebnis stagniert damit auf gleichbleibendem Niveau. Nur 19% registrieren aufgrund der 0,5%-Regelung für Dienstwagen vermehrt Anfragen von Firmenkunden bzgl. alternativen Antriebsarten. Die Standtage für Diesel-GW lagen im Mai bei 95 Tagen, gebrauchte Benziner wurden nach 82 Tagen verkauft. Die Werte der dreijährigen Gebrauchtwagen zeigen einen weiter linearen Verlauf: Benziner werden mit 57,1% des ehemaligen Listenneupreises gehandelt, Diesel mit 52,5%. Der „Glaube“ an den Diesel steigt im Handel wieder zunehmend. Nur noch 36% glauben, dass die Bedeutung des Diesels im Vergleich zum Benziner in Zukunft abnehmen wird. Vor zwei Jahren glaubten dies noch 63%.

Methodik: Das DAT Diesel-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Für die Befragung des Handels (Juni 2019) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 490 Online-Interviews (CAWI) über TeleResearch durchgeführt (Feldzeit: 03.06. bis 18.06.2019). Die Gewichtung der Daten erfolgte nach Innungsmitgliedschaft, Händlertyp und Marke.

Technische Hinweise: Nicht nur Verbrennungsmotoren, sondern unterschiedlichste Quellen (Bremsen- oder Reifenabrieb, Aufwirbelung von Staub etc.) erzeugen Feinstaub in einer Stadt. Bezogen auf den Dieselmotor stoßen Euro-5- und Euro-6-Motoren eine identische Feinstaub-Partikelmasse aus, Unterschiede gibt es jedoch bei den NOx-Werten (Stickoxid). Im Rahmen der Abgasmessung am Endrohr in Kombination mit der elektronischen OBD-Prüfung bei der Abgasuntersuchung (AU) können allerdings nur CO und Trübung ermittelt werden, nicht aber Feinstaub oder NOx. Separat von diesen Themen müssen die Angaben der Industrie zu Kraftstoffverbrauch  betrachtet werden.