DIESEL-BAROMETER

Verbraucherbefragung Oktober 2017

Laut KBA wurden von Januar bis September 2017 knapp 179 Tsd. mehr neue Benziner und 159 Tsd. weniger neue Diesel zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Der Gebraucht­wagenmarkt zeigt 16 Tsd. weniger Benziner und 68 Tsd. weniger Diesel-Pkw. Insgesamt wurden 2017 bislang 2,6 Mio. Pkw neu zugelassen, die Besitzumschreibungen liegen bei 5,5 Mio. Einheiten. Die Diesel-Diskussion führt bei den privaten Autokaufplanern dazu, dass ca. 30% ihren Kauf hinauszögern. Die Bereitschaft, sich einen Diesel-Pkw zuzulegen, liegt derzeit nur bei 14%. Sollten die Fahrverbote vom Tisch sein, würde sich diese Bereitschaft auf 33% mehr als verdoppeln. Weiterhin hoch in der Gunst der Endverbraucher liegen Benzin- (59%) und Hybrid-Pkw (22%). 30% der Befragten, die aktuell einen Diesel besitzen, möchten sich von diesem Pkw trennen. Erstmals wurden Dieselfahrer gefragt, ob sie sich an einer technischen Nachrüstung finanziell beteiligen würden. Dies bejahten 46%. Hauptgrund ist das Umgehen von Fahrverboten, dicht gefolgt vom Wunsch, das „liebgewonnene Auto“ behalten zu können. Der Werterhalt war weniger wichtig. Bei den Wertverläufen geht die Schere zwischen Benzin (+0,2%-Punkte) und Diesel (-0,1%-Punkte) weiter auseinander, bei den Standzeiten zeigt sich eine minimale Entspannung. Nach wie vor sehen 2/3 der Endverbraucher die Zukunft des Diesels mit Skepsis.

FAZIT MONAT OKTOBER

Ohne Fahrverbote würden die Dieselkäufe deutlich ansteigen. Auch die hohe Bereitschaft, sich an Umrüstlösungen zu beteiligen, spricht für das Fortbestehen dieser Technologie.

Methodik: Das DAT Diesel-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- / sekundärspezifischen Automarkt-Daten. Für die Endverbraucherbefragung (Okt. 2017) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.019 Online-Interviews (CAWI) über die GfK durchgeführt. Datengewichtung erfolgte nach Fahrzeugbestand (Marke u. Motorart). Monatlich zeitversetzt erfolgt eine repräsentative Befragung von Pkw-Händlern.

Technische Hinweise: Nicht nur Verbrennungsmotoren, sondern unterschiedlichste Quellen (Bremsen- oder Reifenabrieb, Aufwirbelung von Staub etc.) erzeugen Feinstaub in einer Stadt. Bezogen auf den Dieselmotor stoßen Euro-5- und Euro-6-Motoren eine identische Feinstaub-Partikelmasse aus, Unterschiede gibt es jedoch bei den NOx-Werten (Stickoxid). Im Rahmen der Abgasmessung am Endrohr in Kombination mit der elektronischen OBD-Prüfung bei der Abgasuntersuchung (AU) können allerdings nur CO2 und Trübung ermittelt werden, nicht aber Feinstaub oder NOx. Separat von diesen Themen müssen die Angaben der Industrie zu Kraftstoffverbrauch (siehe DAT-Report 2017, S. 8 ff.) betrachtet werden.