DAT DIESEL-BAROMETER®

Schwerpunkt Verbraucherbefragung

Im August liegt die Nachfrage nach gebrauchten Diesel-Pkw (200.208 Einheiten) deutlich über dem Vorjahresmonat (189.169) und saisonal bedingt etwas unter dem Vormonat (205.438). Erstmals wurden die modernen Euro-6-Diesel mengen- und anteilsmäßig am häufigsten gehandelt, am wenigsten die gebrauchten Euro-5-Diesel. Für den Weg zur Arbeit werden von den befragten Kaufplanern im Schnitt täglich 37 km zurückgelegt, Dieselfahrer kommen auf 45 km, Benzinfahrer auf 33 km. Die Attraktivität eines Diesel-Pkw ist wieder gestiegen. Seit der Befragung im Juni würden mehr Endverbraucher einen Diesel der neuesten Generation Euro 6d-TEMP in Betracht ziehen (35%; unter den Dieselfahrern 59%). Sollten Fahrverbote vom Tisch sein, würden sich 32% aller Befragten und 56% aller befragten Dieselfahrer (wieder) für einen Diesel entscheiden. Konkret gefragt nach der Motorart beim nächsten Autokauf würden sich aktuell 15% (März: 11%) für einen Diesel entscheiden (Diesel-Fahrer zu 40% [März: 29%]). Ihren Pkw-Kauf haben nur 34% verschoben, 58% tun das nicht. Sollte eine technische Nachrüstung möglich sein, würden sich Dieselfahrer zu 38% finanziell daran beteiligen (Juni: 41%). Top-1-Grund bleibt die Umgehung der Fahrverbote. Was die Gebrauchtwagenwerte betrifft, so verlaufen Benzin und Diesel-Pkw parallel ohne Einbrüche. Der Handel hatte im August wieder etwas längere Standzeiten: Gebrauchte Diesel-Pkw stehen 103, Benziner 80 Tage bis zum Verkauf.

Die Befragung der Endverbraucher zeigt, dass der Diesel wieder an Attraktivität gewonnen hat.

Methodik: Das DAT Diesel-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär-/sekundärspezifischen Automarkt-Daten. Für die Verbraucherbefragung (Sep. 2018) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.015 Online-Interviews (CAWI) über die GfK im Zeitraum 11.–14.09.2018 durchgeführt. Die Datengewichtung erfolgte nach Fahrzeugbestand (Marke u. Motorart).

Technische Hinweise: Nicht nur Verbrennungsmotoren, sondern unterschiedlichste Quellen (Bremsen- oder Reifenabrieb, Aufwirbelung von Staub etc.) erzeugen Feinstaub in einer Stadt. Bezogen auf den Dieselmotor stoßen Euro-5- und Euro-6-Motoren eine identische Feinstaub-Partikelmasse aus, Unterschiede gibt es jedoch bei den NOx-Werten (Stickoxid). Im Rahmen der Abgasmessung am Endrohr in Kombination mit der elektronischen OBD-Prüfung bei der Abgasuntersuchung (AU) können allerdings nur CO und Trübung ermittelt werden, nicht aber Feinstaub oder NOx. Separat von diesen Themen müssen die Angaben der Industrie zu Kraftstoffverbrauch  betrachtet werden.