DIESEL-BAROMETER

Schwerpunkt Händlerbefragung

 Der März war für den Gebrauchtwagenhandel kein guter Monat. Besonders auffällig sind die Rückgänge bei den Euro-5-Diesel-GW (-26 %). Dadurch verteilen sich im März die drei großen Schadstoffklassengruppen in etwa gleich. Was speziell die Situation beim Handel betrifft, so haben nicht nur Einzelkunden, sondern auch Gewerbekunden weniger Interesse an Diesel-Pkw. Zudem kämpft der Handel weiter mit hohen Standtagen für Diesel-GW (im Schnitt rund 103 Tage; Kosten pro Tag pro Pkw: 28 Euro). Die Wertverläufe von gebrauchten Diesel-Pkw sanken nach dem Urteil in Leipzig nicht dramatisch, sondern eher moderat. Der Handel scheint sich von den Diesel-Pkw frühzeitig getrennt zu haben; immerhin verkaufen 60 % der Händler ihre Diesel-GW über andere Kanäle. Die noch verbleibenden Pkw werden von 87 % der Händler mit höheren Abschlägen verkauft. Bei den Diesel-Inzahlungnahmen werden ebenfalls niedrigere Preise aufgerufen, 22 % lehnen diese sogar ganz ab. 61 % bilden Rückstellungen für drohende Verluste, 29 % limitieren, wenn möglich, die Diesel-Neubestellungen bei Gewerbekunden. Der zeitliche Aufwand für Beratungsleistung im Handel ist stark gestiegen, da die Unsicherheit nun auch bei den unterschiedlichen Euro-6-Normen auffällig hoch ist.

Methodik: Das DAT Diesel-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Für die Befragung des Handels (April 2018) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 698 Online-Interviews (CAWI) über TeleResearch durchgeführt (Feldzeit: 23.03. bis 09.04.2018). Die Gewichtung der Daten erfolgte nach Innungsmitgliedschaft, Händlertyp und Marke. Zeitversetzt erfolgt, ebenfalls im Auftrag der DAT, eine repräsentative Befragung der Endverbraucher (Pkw-Kaufplaner) über die GfK.

Technische Hinweise: Nicht nur Verbrennungsmotoren, sondern unterschiedlichste Quellen (Bremsen- oder Reifenabrieb, Aufwirbelung von Staub etc.) erzeugen Feinstaub in einer Stadt. Bezogen auf den Dieselmotor stoßen Euro-5- und Euro-6-Motoren eine identische Feinstaub-Partikelmasse aus, Unterschiede gibt es jedoch bei den NOx-Werten (Stickoxid). Im Rahmen der Abgasmessung am Endrohr in Kombination mit der elektronischen OBD-Prüfung bei der Abgasuntersuchung (AU) können allerdings nur CO und Trübung ermittelt werden, nicht aber Feinstaub oder NOx. Separat von diesen Themen müssen die Angaben der Industrie zu Kraftstoffverbrauch  betrachtet werden.